Verkehrsunfall? Nicht ohne meinen Anwalt!

Car accident on the street.

Laut einer Forsa-Studie hat sich das Regulierungsverhalten der Versicherungen in Deutschland in den letzten Jahren deutlich verschlechtert. Dies betrifft vor allem den Bereich der Verkehrsunfallregulierung.

Befragt worden waren Rechtsanwälte, die sich im Schwerpunkt mit Verkehrs- oder Versicherungsrecht beschäftigen. 47% der befragten Anwälte gaben an, dass sich die Regulierung verschlechtert hat, nach Meinung von 23 % zumindest leicht. Im Verkehrsrecht hingegen stellten 74 % der Rechtsanwälte fest, dass sich die Bearbeitungszeiten verlängert haben, unberechtigte Kürzungen vorgenommen und Leistungen zurückgewiesen werden. Zudem werden über Gebühr Gegengutachten erstellt und die Rechtsprechung ignoriert.

Sowohl das Bundesministerium für Justiz und Verbraucherschutz als auch entsprechende Arbeitsgemeinschaften Deutschen Anwaltsverein empfehlen, bei Versicherungsschäden immer einen Rechtsanwalt mit der Unfallabwicklung zu beauftragen.

Im Ergebnis werden bei Einschaltung eines Rechtsanwalts in 50 % der Fälle die geltend gemachten Ansprüche auch erfüllt. Weitere 30 % der Fälle werden im Wege eines Vergleichs erledigt, und nur in 14 % der Fälle muss ein Gerichtsverfahren angestrengt werden.

Die Versicherungen bemühen sich dagegen vermehrt, die Einschaltung eines Rechtsanwaltes zu verhindern, indem ein Schadensmanagement erfolgt. Bei Meldung des Unfalls wird häufig direkt ein Termin für eine Begutachtung durch einen von der Versicherung beauftragten Sachverständigen vereinbart. Auf dieser Basis wird dem Geschädigten sodann Abfindungsvereinbarung vorgelegt. Wenn der Geschädigte diese unterzeichnet, ist eine nachträgliche Korrektur nach Überprüfung durch einen Rechtsanwalt nicht mehr möglich.

Demgegenüber werden in der Regel bei Einschaltung eines Rechtsanwaltes höhere Leistungen erbracht als bei direkter Regulierung durch die Versicherer. Die Kosten des Anwalts trägt dabei die gegnerische Versicherung, für den Geschädigten entstehen also durch die Einschaltung des Anwalts keine Kosten. Als Geschädigter hat man zudem das Recht, auch den Sachverständigen selbst auszuwählen. Auch diese Kosten sind im Rahmen des Schadenersatzes vom Versicherer zu übernehmen.

Was für die Regulierung der Sachschäden gilt, gilt erst Recht bei Personenschäden. Insbesondere bei Schmerzensgeldansprüchen muss anhand der bisherigen Rechtsprechung die angemessene Höhe ermittelt werden.

 

One Reply to “Verkehrsunfall? Nicht ohne meinen Anwalt!”

  1. Von werden die Abschleppkosten getragen? Dankbar für die Tipps zum richtigen Verhalten in solchem Fall. Möchte in die Berge mit den Meinen. Soll bestimmt zur Regelung von solchen Fällen bereit sein.

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